Unsere Kluft

Unsere Kluft ist ein äußeres Zeichen der Gemeinschaft einer Gruppe und damit des gesamten Verbandes. Sie stellt über alle Grenzen hinweg ein Symbol für die weltweite Verbundenheit von Pfadfinderinnen und Pafdfindern dar.

Verdeckung sozialer Unterschiede

Das Wort „Kluft“ ist ein hebräisches-jüdisches Wort und bedeutet übersetzt „Kleidung“. Baden-Powell führte diese Kleidung der Pfadfinder ein, weil ihm schon in frühester Jugend aufgefallen war, dass sich die sozialen Unterschiede vor allem in der Kleidung äußern. Mit der Pfadfinderbewegung aber wollte er eine Bewegung schaffen, in der nur der Mensch selbst mit seinen Fähigkeiten zählt und es egal ist, wo er herkommt. Auch heute, in der Zeit des Markenterrors, ist es uns wichtig, niemanden wegen seiner Herkunft oder sozialen Stellung zu benachteiligen.

Wiedererkennung

Zwar gibt es deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern, Verbänden, Stämmen, Regionen, was die Farbe und Tragweise der Kluft angeht, aber als Pfadfinder können wir uns gegenseitig identifizieren. Auch ein Fußballverein z.B. trägt Trikots, die seine Zugehörigkeit zum einen zur großen Gruppe der Fußballer zeigt, zum anderen aber auch seine Vereinszugehörigkeit. So ähnlich ist es auch mit der Kluft: Mit dem Tragen der Kluft zeigen wir der Öffentlichkeit, dass wir Pfadfinder sind. Gleichzeitig zeigen wir aber auch untereinander, dass wir eine gemeinsame Gesinnung haben (die Pfadfinderei) und dass wir zum VCP gehören (durch das Tragen der VCP-Lilie auf grauem Hemd).

Arbeitskleidung

Die Kluft hat außerdem noch einen sehr praktischen Nutzen: Sie dient uns auch als Arbeitskleidung. Das Hemd ist sehr robust und darf beim Holzhacken auch gerne einmal dreckig werden. Niemand möchte sich sein Lieblings-T-Shirt zerreißen beim Geländespiel und mit der Kluft kann das gar nicht so schnell passieren. Das Hemd ist pflegeleicht und robust genug.

Anordnung der Abzeichen auf der Kluft

Mit unserer Kluft orientieren wir uns an der Ordnung des VCP. Dazu gehören das graue Hemd und das blaue Halstuch genauso wie die „Grundausstattung“ an Abzeichen (VCP, WAGGGS, WOSM und das Deutschlandband). Weiterhin gehört unser Stammesabzeichen auf den rechten Ärmel. Dazu eine strapazierfähige Hose und festes Schuhwerk und los gehts!

So gehören die Abzeichen auf unsere Kluft

So gehören die Abzeichen auf unsere Kluft

Unsere Pfadfinderjacke – Die Juja

Unsere Jungenschaftsjacken (kurz: Juja) bestehen meistens aus Kothenstoff, also dem gleichen Material wie unsere Zelte. Sie haben breite Kragen, die man zur Kapuze umkrempeln kann, und werden mit drei Riegeln vorne verschlossen. Jujas sind wasserabweisend, wärmend und winddicht und feuerunempfindlicher als viele andere moderne Jacken – natürlich ein Vorteil beim Lagerfeuer!

Kohtenstoff-Juja

Kohtenstoff-Juja

1928 wurde sie von Eberhard Koebel (tusk) und als Teil der Bundeskluft der Deutschen Jungenschaft vom 1. November 1929 (dj.1.11.) Auch die Kothe stammt aus dieser Jungenschaft. Damals wurde sie fast ausschließlich aus blauem Wolltuch gefertig und war sehr verbreitet in den Kreisen der Bündischen Jugend. Auch die Hitler-Jugend bediente sich einer deutlich abgeänderten Version (in schwarzem Stoff, kleiner Kragen, keine drei Riegel). Der Name “Jungenschaftsjacke” und der ursprüngliche Schnitt wurde von den Nachkriegsbünden übernommen. Die heutigen Jujas bestehen entweder aus blauem Wollstoff oder aus schwarzem Kothenstoff.

Traditionell steckte man die Jujas in die Hose, bei der dj.1.11. wurde auch noch ein Schulterriemen und Koppelschloss mit dem Wappen der Jungenschaft getragen. Heutzutage tragen wir sie über der Hose.

Mittlerweile gibt es neben den Kothenstoff- und Wollstoffversionene noch zahlreiche andere – aufgesetzte Taschen, Kapuzenkragen und Farb- und Stoffänderungen. Viele Pfadfinder tragen auch Abzeichen von Fahrten auf dem Kragen.

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